Die Talschaft Saas gehörte zur Mutterkirche Visp. im Jahre 1298 gestattete Niklaus Pfarrer von Visp, den Bewohnern des Saastales einen ständigen Vikar, welcher befugt war, alle Sakramente zu spenden. Als Gotteshaus diente die Kapelle des Hl. Bartholomäus. Die Talleute waren auch weiterhin gehalten, an hohen Festtagen in Visp den Gottesdienst zu besuchen.
Die Mutterpfarrei Saas
Mit dem Loskauf des Saastales von der Pfarrei Visp um 1400 wurde das Gebiet vom Martiswald aufwärts zur eigenen Pfarrei. Es entstand die Pfarrei Saas, zu der die vier Gemeinden Saas-Almagell, Saas-Balen, Saas-Fee und Saas-Grund angehörten. Die bisherige Kapelle zum Hl. Bartholomäus wurde zur Pfarrkirche erhoben. Die Bewohner der drei Gemeinden Saas-Almgell, Saas-Balen und Saas-Fee waren gehalten, an allen Sonn- und Feiertagen ihre Christenpflicht in Saas-Grund zu erfüllen. Dort empfingen sie auch die Taufe, die Firmung, dort wurden die Ehen geschlossen und dort fanden sie ihre letzte Ruhestätte.
Das religiöse Geschehen hat über Jahrhunderte hinweg das Leben von Land und Leuten geprägt. Die Präsenz der Kirche fand ihren sichtbaren Audruck im Bau von Gotteshäusern. So enstanden im Tale zahlreiche Kapellen, die an den Verbindungswegen zwischen den Gemeinden stehen, an den Pfaden zu den verschiedenen Weilern, Kapellen, die mir ihren hellen Farben von weither ersichtlich sind, Bauten, die an den tiefen Glauben der Bewohner erinnern und noch heute über die kulturelle Eigenart des Tales Aufschluss geben. Dazu kommen die zahlreichen Wegkreuze, reich an Symbolen und Figuren der Kreuzungsszenerie.
Im Jahre 1893 trennten sich die beiden Gemeinden Saas-Almagell und Saas-Fee von der Mutterpfarrei und im Jahre 1907 folgte die Gemeinde Saas-Balen. Das Gotteshaus in Saas-Grund erhielt den Charakter einer Ortskirche.