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Kaplaneihaus |
Die vier Saaser Gemeinden bildeten bis 1893 die Pfarrei Saas mit Pfarrkirche und Kilch-herrensitz in Saas-Grund.
Aus dem gleichen Grund existiert daselbst heute noch das unbewohnte Kaplaneihaus, welches sich im echten Saaser Baustil von der Aussenseite präsentiert.
Die inneren Bauzustände der Räumlichkeiten sind heute weder als Wohnung noch für andere Zwecke geeignet.
Das Kaplaneihaus steht im Weiler Dorf, wo beidseitig der Strasse eine Reihe älterer Saaser Häuser das Augenmerk gezielt auf das architektonische Erbe lenken.
Das Gebäude entstand laut Inschrift auf einem Deckenbalken (Binnu) im Jahre 1721.
Es handelt sich um ein charakteristisches Saaser Wohnhaus mit einem gemauerten Unterbau, der als Keller diente und dem darüberstehenden Blockgehäuse aus Lärchenholz.
Interessant sind die alte Raumaufteilung (Täfer), die Wandschränke sowie die beien Eingänge in das 1. Geschoss.
Östlich an das Kaplaneihaus sind direkt Stall und Scheune (Ökonomiegebäude) angebaut.
Auf der Nordseite des Gebäudes führt ein steinbesetzer Weg ("Bicki") hinauf zu einem der ältesten Hotel des Tales.
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Gebäudeinnern |
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| 2 Deckbalken (Binnen) mit lateinisch, religiösen Texten und dem Baujahr des Hauses von 1721 in Kerbschnitzerei.
- Gildsteinofen in einer Ecke der Wohnstube und rechts von demselben die (halbrunde) "Platina" - gut erhalten.
- Die "Platina" wurde in der Küche zum Kochen der Mahlzeiten auf der "Trächu" (offene Feuerstelle) gleichzeitig erwärmt. Also doppelte Ausnutzung der Trächu (Kochen und Erwärmung der "Platina"):
- der Gildsteinofen entstand 1861. Auf der Schildseite des Ofens sind sehr aufschlussreiche Buchstaben und Wappen eingemeisselt. |
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Die lateinischen Buchstaben R D (= Referendum Dominum, übersetzt Hochwürdiger Herr) und die Initialen I IS (= Josef Imseng) sowie das Imseng-Wappen, zusätzlich nebenan der Kelch mit der Hostie, was bei Geistlichen oft zutreffend war. Unter dem Wappen sind die Buchstaben C S eingemeisselt, was lateinisch Corator Saasie (übersetzt: Seelsorger von Saas) bedeutet. |
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Aus der Inschrift kann man also entnehmen, dass es sich um Pfarrer Johann Josef Imseng, dem Pionier des Tourismus im Saastal handelt, welcher 1836 - 1861 Pfarrer der Pfarrei Saas und 1861 - 1869 Kaplan daselbst war.
Bis 1893 betreute der Pfarrer alle Dörfer des Saastales.
Im zweiten Stock ist als Seltenheit noch der sog. Kaminmantel in seiner ursprünglichen Bauweise vorhanden. |
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Künftiges Raumkonzept |
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In zahlreichen Sitzungen, Gebäudebesichtigungen mit Vertretern des Kirchenrates, Gemeindevertretern, Vertetern des Amtes für Denkmalpflege, des Amtes für Kulturgüterschutz, der Vereinigung der Walliser Ortsmuseen ist seit über 10 Jahren immer wieder der Wunsch nach einer sachgerechten Sanierung des Kaplaneihauses zum Ausdruck gekommen.
Mit Brief vom 21.08.1998 meldete die Stiftung "Saas ischi Heimat" ihr Interesse an der Erhaltung dieses Objektes bei der Gemeinde Saas-Grund.
Mit Brief vom 27.07.1999 haben wir bereits diverse Vorschläge der kantonalen Fachstellen für eine Mehrfachnutzung erhalten.
Museal können im Erdgeschoss Archivräume für die Pfarrei (Schauraum für Sakralgegenstände) und das sog. "Archiv Saas" (Wechselausstellungen mit Fotos und Gemälden), sowie ein Sitzungszimmer für Dorfvereine vorgesehen werden.
Die Gemeinde möchte im Dachgeschoss eine schöne Burgerstube einrichten. Etwas, was der Gemeinde bis heute noch fehlt. |
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Beim dem östlich angebauten Ökonomiegebäude wird vorläufig nur das Dach neu gemacht. Die Nutzung kann einer künftigen Generation reserviert weden.
Unter der Berücksichtigung der Arbeiten des Zivilschutzes Flughafen Zürich vom Sommer 2007 sowie weiterer Freiwilligenarbeit, errechnete das beauftragte Architekturbüro Baukosten im Betrage von CHF 400'000.--
Das alte, heimelige Kaplaneihaus aus Lärchenholz prägt wie so an vielen anderen Orten den geschützten Dorfkern von Saas-Grund und damit das traditionelle Bild des Wallis. Doch wissen wir, dass sich diese alten Dorfkerne von Jahr zu Jahr mehr entvölkern und an Vitalität verlieren. Das Kaplaneihaus ist zwar geschützt, aber seit Jahrzehnten ungenutzt.
Mit der Sanierung des Hauses können wir das alte Dorfzentrum wieder zu neuem Leben erwecken.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung. |
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